Individualität
Jede Kombination Reiter(in) Pferd ist einmalig. Schon daraus ergibt sich, dass ein Sattel nur einwandfrei funktionieren kann, wenn der Hersteller Reiter(in) und Pferd genau kennt. Das la belle Messsystem wird seit vielen Jahren einheitlich angewandt und laufend weiter entwickelt.
Die Messergebnisse werden sorgfältig ausgewertet und bilden so die Basis für jeden einzelnen angepassten Sattel. Die Messdaten werden unter einer individuellen Kundenrubrik aufbewahrt, sodass spätere Massabweichungen jederzeit nachvollziehbar sind.
Pferde verändern sich alters- und ausbildungstechnisch sehr stark im Laufe ihrer Entwicklung. Gute Sättel müssen daher von ihrer Konstruktion so beweglich sein, dass sie diesen Verände-rungen angepasst werden können.
Sättel auf höchstem Niveau herzustellen ist eine ungemein komplexe Herausforderung. So sind nicht nur die Wünsche und Ansprüche der Reiterin oder des Reiters massgebend für erfolgreiche Resultate, sondern vor allem die Bedürfnisse des Pferdes, Reittechnische Grundsätze ebenso wie die Prinzipien der bestmöglichen Bewegungsabläufe, bilden mehr den je die Basis für reiterlichen und sportlichen Erfolg. Zudem spielt die veterinärmedizinische Komponente erfreulicherweise eine immer bedeutendere Rolle.
Kernpunkte zur Sattelbeurteilung
1. Sitzprofil
Stellt das Becken des Reiters in aufrechte Position und lässt die Ferse automatisch ohne Pauscheneinwirkung unter die Hüfte fallen; Bügel und Fussballen treffen sich.
2. Gesamtradius
Der Gesamtradius des Sattels entspricht der Oberlinie des Pferdes und bildet unter dem Reitergewicht keine Brücke; beim blossen Auflegen ohne Gurten liegt der Sattel zuerst mit dem mittleren, den Reiter tragenden Teil auf.
3. Kissenbeschaffenheit
Die Konsistenz der Kissenoberfläche ist absolut homogen und weist keinerlei Knoten und Unregelmässigkeiten auf; auf Finderdruck gibt das Kissen nach ohne gummiartig zu erscheinen.
4. Kissenabstand
Die beiden Kissen laufen absolut parallel zueinander und weisen überall einen Mindestabstand von 4 Fingern Breite auf.
5. Kissenwinkel
Von hinten betrachtet entspricht die Winkelung der Kissen der Rückenwinkelung des Pferdes; beim Auflegen des Sattels trifft die Kissenmitte als höchster Punkt zuerst auf das Pferd; keinesfalls dürfen Gewichtskonzentrationen auf dem inneren resp. äusseren Kissenrand entstehen.
6. Kopfeisenrichtung
Das Kopfeisen über dem Widerrist darf maximal parallel, besser leicht vom Verlauf des Schulterblattes weg Richtung Reiter laufen. Die Platzierung des Kopfeisens immer hinter dem letzten fühlbaren Teil des Schulterblattes (Spina).
7. Kopfeisenweite
Der kleine Bogen darf keinesfalls links und rechts des Widerristes klemmen und muss genügend Raum für beidseitige Biegung bieten (Schiefe der Pferde einrechnen). Der weitere Verlauf des Kopfeisens muss der Form des Pferdes entsprechen; die unteren Enden müssen leicht vom Pferd weggebogen sein.
